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Vier Generationen-Kapitäne interviewt

Launige Gespräche mit Stefan Schimmel beim Festabend

 

Um ein Stück Vereinsgeschichte lebendig werden zu lassen, bat Ehrenvorstand Sepp Vogl beim Festabend zum 75. Jubiläum des FC Hammerau im Ainringer Haus der Kultur, vier Spielführer aus vier verschiedenen Generationen von damaligen Bedingungen und Erlebnissen zu erzählen.

Dazu bat er Reinhard Hochradl, den einst eisenharten Libero, Manfred Nowak, ehemals schussgewaltiger und vielseitiger Fußballer, Berni Heudecker, den Denker, Lenker und Dauerläufer sowie Manuel „Speedy“ Weiß, der scheidende Kapitän, der mit Ablauf der Saison seine aktive Karriere beendet hat, auf die Bühne.

 

Der ehemalige, langjährige Sportredakteur der Heimatzeitung, Stefan Schimmel, führte launige Gespräche und dabei kam so manche Anekdote zutage, die für viel Erheiterung beim Publikum sorgte.

Zunächst sagte er: „Wenn heute ein Bua 11 Jahre alt ist, hat er noch eine g‘scheite deutsche Nationalmannschaft gesehen.“

Den Anfang seine Gesprächs machte er mit Reinhard „Gil“ Hochradl, der Kapitän und Vize-Meister in der A-Klasse (heute Kreisliga) beim „Club“ war. Dieser betonte zunächst, er sei so alt wie der FC Hammerau. Mit 10 Jahren begann er mit dem Fußballspiel unter Trainer Fred Schindler, der immer im Malergewand zum Training kam. Nach dem Wechsel von den Schülern zur Jugend wurde es strenger, weil Fritz Pflieger der Übungsleiter war. „Am Eingang stand eine Schlange Jugendlicher und jeder musste ihm die Hand geben  und sagen „Grüß Gott Herr Pflieger‘ und das bei jedem Training. Gehorsam war Pflicht.“ Schimmel wollte wissen, wie Hochradl Kapitän der 1. Mannschaft wurde. Pflieger hatte da nichts mehr zu sagen und es habe sich so ergeben, dass der FC Hammerau auf die trainingsfleißigsten Spieler gebaut habe. Da haben sie einen ausgesucht, so war sein Bruder Spielführer und er sein Nachfolger.

 

Nächster Interview-Partner war Berni Heudecker und Schimmel meinte: „Wenn ich dich sehe, dann denke ich an Bezirksliga.“ Er habe mit dessen Mutter Resi gesprochen und festgestellt, es spielen drei Buam von ihr in der Bezirksliga und diese antwortete: Wäre g’scheiter einer spielt in der Champions-League.“ Für diesen Ausspruch, gab es Gelächter von der Festgemeinde. „Wie war die Zeit damals, wenn man selber mitten drin ist, weiß man ja nicht, dass man eine Vereinsgeschichte ein Stück weit schreibt“, wollte Schimmel wissen.

„Wir waren damals komplett Fußballfanaten. Es war eine intensive Zeit. Schimmel bezeichnete ihn als Garantenfußballer. Heudecker sprach von einer unglaublich tollen Mannschaft, war einmalig und sie spielte ohne Geld. Auch aus den umliegenden Vereinen stießen Spieler dazu und damals hatte der Verein die beste Mannschaft im Landkreis, obwohl der ESV Freilassing mit Markus Huber eine große Konkurrenz war. Es war eine tolle Einheit und ein paar Spieler  hatten ein unheimlich großen Potenzial und hätten mit Sicherheit höherklassig spielen können und nannte hierbei Tom Mooser und Thomas Moser.

Er selbst speilte dann ein halbes Jahr in Rosenheim und nannte dies als eine interessante Erfahrung, davon könne er bis heute einiges mitnehmen. Der Fußball in der Heimat ist ein ganz anderes Erlebnis, im Gegensatz sei es woanders in seinen Augen aufgesetzt, freundschaftlich und von Konkurrenz geprägt, was nicht so schön sei. Für diese Aussage erhielt viel Applaus.

 

Danach wurde Manfred Nowak befragt, dieser meinte, er war kein Stürmer und seine Stärke waren Freistöße, die andere herausgeholt haben. Auch sein Bruder spielte Fußball, sich selbst bezeichnete schon als gutes Talent, auch wenn die Mama zuerst gar nicht für den Fußball war. Zu seinem Vorredner Heudecker meinte er, diesen habe in ein paar Mal als Spieler in der B-Jugend und in der „Ersten“ gehabt. An den schweren Unfall von Torwart Sebastian Bayer erinnerte er, weil er persönlich dabei war und sagte: „Gott sei Dank ist alles wieder gut geworden.“ Seine Zeit bezeichnete Nowak auf alle Fälle mit der besten Kameradschaft.

Interviewer Stefan Schimmel sagt über Manuel „Speedy“ Weiß der nach seiner nun beendeten Karriere, Trainer in Weildorf werde. In Hammerau trainiert er die Jugend. Weiß erzählte , er begann als Sechsjähriger Bua am 200 Meter entfernten Sportplatz mit dem Fußball. Er wechselte in der Jugend nach Freilassing, dann nach Bad Reichenhall, weil die Jugend dort besser war und er sich selbst besser fühlte. In Bezirksligazeiten war er Tag und Nacht auf dem Sportplatz und sah wie die Fußballer trainierten. Oft habe er bei Bezirksligapartien zugeschaut, auch auswärts etwa in Vaterstetten. Nach seinen einzigartigen Spitznamen „Speedy“  wollte Schimmel dessen 100-Meter-Zeit wissen, aber er hatte keine konkrete Antwort dazu  zum Abschluss erhielten die Spieler viel Beifall für ihre Worte.

 

Andreas Pils


Foto: Matthias Rothstein


 

 

 

 
 
 
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