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Weihnachtsfeier beim Club

„Lasst die Seele baumeln und denkt an die, die euch wichtig sind”, das wünschte Sprecher Siegi Huber am Samstagabend den rund 150 anwesenden Mitgliedern und Sponsoren zu Beginn des besinnlichen Teils der Weihnachtsfeier des Fußballclubs (FC) Hammerau im Rupertihof im Namen des gesamten Vorstands. Er sagte, wie wichtig Gemeinschaft sei, gerade in einer Welt, die einem das Gefühl gebe, sie gerate aus den Fugen. Vorsitzender Gernot Althammer blickte in seiner Ansprache aufs Jahr zurück und bedankte sich stellvertretend bei besonders engagierten Personen.


Bericht und Fotos von Tanja Weichold (Heimatzeitung/ Reichenhaller Tagblatt)

 

Der besinnliche Teil im abgedunkelten Saal dauerte rund eine halbe Stunde. Zusammengestellt und die Texte ausgewählt hatte in bewährter Ehrenvorstand Sepp Vogl, dem gerade dieser Programmpunkt der Weihnachtsfeier immer besonders wichtig ist, wie er gegenüber der Heimatzeitung sagte: „Gerade auch für die Jungen, auch wenn sie so etwas manchmal in diesem Alter vielleicht noch gar nicht so sehr zu schätzen wissen.”

 

Abwechselnd gestalteten die Thundorfer Bläser, die Geschwister Nutz und Harfenistin Theresa Mayr den musikalischen Teil mit stimmungsvollen Adventsliedern. Dazwischen las Huber Gedichte und Geschichten, mal nachdenklich, mal lustig. Sie handelten vom Konsumgedanken zu Weihnachten, über den die Menschen manchmal den Sinn des Fest vergäßen, von der Oma, die eine Klobürste zu Weihnachten bekommen hatte, aber weil sie so kratzig sei, lieber wieder auf das Toilettenpapier zurückgriff, und davon, dass das Weihnachtsfest heuer ausfallen müsste, weil das Finanzamt dem Christkindl so große Probleme bereitete und ihm am Ende den Gewerbeschein entzog. Die letzte Geschichte handelte von zwei Asylsuchenden, die an einem Gasthaus vom Wirt abgewiesen wurden, bei dem sie um Herberge für eine Nacht ansuchten.

 

Laut Althammer liegt hinter dem FC Hammerau ein arbeitsreiches Vereinsjahr mit Höhen und Tiefen. Die rund 30 ehrenamtlichen Jugendtrainer hätten bei den circa 220 Kindern und Jugendlichen wieder hervorragende und wertvolle Arbeit geleistet – nicht nur sportlich, sie hätten auch wichtige Werte mitgegeben. Er dankte dem einzig verbliebenem aktiven Schiedsrichter des Vereins, Peter Mertl, der, wenn es die Zeit zulasse, mit seiner „großartigen Crew” auch noch beim Hütterlverkauf zur Verfügung stehe. In Vertretung für die vielen Helfer nannte Althammer drei Personen namentlich. Resi Heudecker sei eine herzensgute und immer fröhliche Frau, die nicht nur bei den Heimspielen an der oberen Kasse sitze, sondern auch noch jeden Donnerstag 30 Portionen leckeres Essen für die Spielersitzung am Abend vorkocht. Sie springe auch noch mittwochs am Kiosk ein, wenn Not an der Frau ist.

 

Auch zwei junge Männer hob er für besondere Leistungen hervor: A-Jugend-Spieler Lukas Lechner sei Co-Trainer bei der D-Jugend, Torwart-Einspieler bei den Herren, Schiri und Hallensprecher. Aaron Kerling dankte Althammer in Abwesenheit, der als Co-Trainer seinem Vater in der F-Jugend und in den Sommerferien beim Feriencamp helfe und außerdem sehr talentierter und erfolgreicher Leichtathlet sei.

 

Am Ende richtete der FC-Vorsitzende den Blick darauf, welch großen Anteil Sportvereine an der Integration geflüchteter Menschen hätten. Er sei sich nicht sicher, ob die Politik wirklich wisse, was hier alles geleistet werde. Als Beispiel beim FC Hammerau nannte Althammer die Familie Almawas, die im Januar 2017 nach Mitterfelden gekommen sei. Die Söhne Ali und Yasan hätten bis 2021 als Jugendspieler beim FC Hammerau gekickt, danach hätten beide zu BGL International nach Freilassing gewechselt. Beide hätten heuer die Schiedsrichterprüfung absolviert. Alle drei Kinder der Familie seien in Ausbildung beziehungsweise in der Schule. Vater Bassam arbeitet im Sozialdienst bei der Caritas, sei aktives Mitglied beim THW und seit 2019 geprüfter Schiedsrichter. „Das ist gelebte Integration, wovon die Vereine Großes geleistet haben und leisten”, so Althammer.  Durch einen tragischen Unfall sei Ali Almawas am 13. November ums Leben gekommen und sein jüngerer Bruder Yasan schwer verletzt worden. Bei diesen Worten kämpfte der Vorsitzende sichtlich mit den Worten.

 

Nach Dankesworten an Vorstand, Helfer und die Partner für ihr Verständnis wünschte er eine friedvolle und ruhige Weihnachtszeit sowie ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2024. Nach dem Abendessen versteigerten Daniel Götziner und Flo Schwaiger auf höchst erheiternde Weise vom Speck bis zum Fahrrad die gespendeten Geschenke. Der Abend klang gemütlich und fröhlich aus.

 

In seinen Ausführungen hatte Althammer zuvor übrigens auch über die sportliche Lage beim FC berichtet. Er erinnerte in seinem sportlichen Rückblick an die U-18, die in einem Testmodell aus A- und B-Jugendlichen eine Halbjahresrunde zum Aufstieg in die Bezirksoberliga bestritt, und am Ende einen guten siebten Platz belegte. Nach dem Sommer ging es in der Kreisliga weiter, wo laut dem Vorsitzenden die Mannschaft von Ausfällen und Verletzungspech verfolgt den Abstieg nicht verhindern konnte. „Trotzdem wachsen da en paar sehr gute Kicker heran.” Betreut würden sie von „Speedy” Manuel Weiss, der oft sechs Tage die Woche auf dem Fußballplatz stehe, un seinem Co Hansi Hinterstoisser.

 

Die Damenmannschaft befinde sich momentan auf dem 6. Platz in der A-Klasse und hofft mit den drittmeisten Toren im Rücken in der Tabelle noch weiter nach oben zu kommen. Um die Altherrenmannschaft (AH) dagegen sei es ruhig geworden: „Es wird immer schwieriger, Leute für Spiele, Training und Turniere zu motivieren.” Die Zweite Mannschaft habe im Frühjahr mit viel Fleiß den Meistertitel errungen. Im Sommer hätten zwölf Spieler aus verschiedenen Gründen die den FC Hammerau verlassen (wir berichteten im Sportteil), darunter habe auch die Zweite gelitten, der der ein oder andere den Sprung in den Kader der Ersten geschafft habe. Althammer dankte Trainer Fatos Krasniqi und die Trainer der Ersten, die sich zum Wohle beider Teams sehr eng abgesprochen hätten. Die Zweite nimmt momentan den achten Tabellenplatz ein.

 

Die Erste entging nach mehreren Ausfällen und einem sehr dünnen Kader mit vier Punkten Vorsprung dem Abstieg. Nach besagtem Weggang von zwölf Spielern im Sommer, davon sieben aus der Ersten, sei es der Trainercrew gelungen, trotz fast aussichtslosem Auftrag  eine schlagkräftige Mannschaft aufzustellen. Es habe sich ein besonderer Zusammenhalt im Kader entwickelt, Andi Högler sei vom ESV zurückgekehrt und habe mithelfen wollen, dass der Club bestehen könne. Das verletzte Jungtalent Philip Hosp sei zwischenzeitlich wieder ins Lauftraining eingestiegen. Mit ihm und den Talenten Matthias Wiesbacher, der Angebote vom SBC Traunstein, vom ESV und auch von Wacker Burghausen ausgeschlagen hatte, sowie einem Rückkehrer freuten sich die Trainer nun auf einen positiven Aufschwung und eine erfolgreiche Rückrunde. Derzeit belegt die Erste in der Kreisliga den 9. Tabellenplatz.
















 

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